Olivenernte und so weiter

Dienstag, 18. März 2014

Tijuana tiene los tacos más ricos...*

Der Gatte und ich waren im letzten Sommer zwei Wochen in San Diego, der Gatte beruflich, ich hingegen rein privat und im absoluten Urlaubsmodus. Diese Aufteilung war ganz hervorragend, denn ohne den beruflichen Kontext wäre doch glatt die folgende Erkenntnis an uns vorbeigegangen: Die leckersten Tacos gibt es in Tijuana (=*).




Die Kollegin vom Gatten, die auch mit vor Ort war, hatte in einem Interview eine ganz reizende Mexikanerin kennengelernt, die in Tijuana geboren und aufgewachsen ist, aber inzwischen schon lange in San Diego lebt. Als die Kollegin sagte, dass wir eine Tagestour nach Tijuana machen wollen (zu Fuß über die Grenze, dann weiter mit Taxis, da die US-Autovermietungen dem Mieter untersagen, mit einem US-Mietwagen die Grenze zu überqueren), bot sie sich umgehend an, uns zu fahren und zu führen. Zuerst dachten wir, dass das einfach nur ein ausgesprochen nettes Angebot ist, im Nachhinein wurde uns dann auch klar, dass das nicht nur sehr nett war, sondern das Lydia sich auch sorgte, dass die Tour ohne Ortskenntnis zu gefährlich sei. Just eine Woche früher war eine gute Freundin von ihr, die noch in Tijuana lebt, beim Einkaufen von der Straße weg entführt und dann einige Tage später wieder freigelassen worden - was sie uns zum Glück aber erst im Nachhinein erzählt hat, denn ich weiß nicht, ob wir dann noch...

Auch wenn mit Tijuana insbesondere Trinkgelage und Feiern rund um die Spring Breaks verbunden werden, gibt es hier viel spannendes und auch bedrückendes zu sehen, und alles hängt mit der Lage Tijuanas als Grenzstadt zusammen.

Aber zuerst einmal zurück zu den Tacos. Bevor wir uns wieder auf den Rückweg gemacht haben, meine Lydia, dass wir noch die leckersten Tacos probieren müssten. Gesagt, getan und nach einem wilden rechts und links Abbiegen fanden wir uns in einer kleineren Straße wieder, in der sich vier oder fünf Imbissbuden aneinanderreihten, die sich - Überraschung - vom ungeschulten Auge nicht wirklich unterscheiden ließen.

Von Lydia lernen, heißt die besten Tacos finden und die gibt es im zweiten Imbiss von links. Tacos sind in dem Fall weiche, handtellergroße Fladen, die es in scharf oder nicht ganz so scharf gibt und die ganz schlicht befüllt werden: Zuerst kommt ein Klacks Avocado darauf, dann Tomaten und Zwiebeln und dann das zarteste Rindfleisch und fertig und vor allem: Lecker!!!

Und da der Gatte ja ein willensstarker Koch ist, gibt es bei uns seitdem genau diese Tacos und sie sind so yummy. Da der Gatte aber auch grundsätzlich ohne Waage oder sonstige Angaben rein nach Gefühl schaltet und waltet, fallen auch die Rezeptbeschreibungen entsprechend aus....

Belag: Die besten Avocados (und so findet man die), die gerade zu bekommen sind, einfach mit der Gabel oder einem Kartoffelstampfer zerdrücken, salzen und pfeffer und mit frische Zitrone abschmecken. Ich mische gerne auch noch eine klein gehackte Scharlotte oder rote Zwiebel darunter. Die Tomaten würfeln und ebenfalls etwas würzen. Ergänzend ist auch etwas Sour Creme lecker, aber das sollte es dann auch schon an Zutaten sein. Nein Stopp, das Wichtigste kommt natürlich noch: Die Rinderhüfte sollte in zarte Streifen in jeglicher Hinsicht scharf angebraten werden. Am leckersten ist es, wenn man immer nur die Menge an Fleisch anbrät, die man für einen Taco benötigt und das Fleisch für den nächsten Taco dann wieder frisch anbrät - yummi!

Teig: hälftig Weizenmehl und Maismehl mischen, einen halben bis ganzen Würfel Hefe gebröckelt untermischen, soviel Flüssigkeit (da geht alles, was gerade greifbar ist, sagt der Gatte: Wasser, Milch, Joguhrt oder Weißwein, was immer greifbar ist) und etwas Olivenöl dazu geben und so lange kneten bis eine kompakte und glatte Teigkugel entstanden ist. Gewürzt wird mit etwas Salz, einer Prise Zucker (für die Hefe), Schärfe je nach Geschmack und Curry.
Dann den Teig ca. 30-60 Minuten gehen lassen und im Anschluss zu handtellergroßen Fladen verarbeiten. Dann die Fladen in heißem Öl ausbacken und im Backofen warmhalten. Alternativ können natürlich auch immer frische Fladen für jeden Gang ausgebacken werden, aber im Gegensatz zum Fleisch, bei dem ich auf das frische Anbraten für jeden Gang nie verzichten würde, ist das bei den Tacos selbst nicht so entscheidend.



Also: Tijuana tiene los tacos más ricos - oder auch zu Hause :-)!


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