Olivenernte und so weiter

Montag, 31. März 2014

A hot cup of coffee and a good book in my hand: "Ostende" von Volker Weidermann

Einige kennen Volker Weidermann vielleicht als Feuilletonchef der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, doch hat er auch einige Bücher geschrieben, so auch, das gerade erschienene "Ostende".




Sommer 1936 im belgischen Seebad Ostende, hier treffen sich der Schriftsteller Stefan Zweig, der gemeinsam mit seiner Sekretärin und Geliebten Lotte Altmann anreist und der Journalist und Schriftsteller Joseph Roth zum gemeinsamen Reden, Schreiben, Trinken... Sie treffen auf Egon Erwin Kisch, Hermann Kesten, Ernst Toller und Irmgard Keun, in die sich Joseph Roth verliebt. Hier treffen lauter Schriftsteller und Dichter auf der Flucht aus Nazideutschland, in dem ihre Bücher allesamt verboten sind, aufeinander, getrieben von der Frage: 

"Was hilft Toleranz in einer Welt, in der man selbst und alles, wofür man lebt und schreibt, zermalmt zu werden droht?"

und auf der Suche nach einem letzten Sommer unter Freunden.

"Wieder einmal sitzen sie alle im Flore, diese Gesellschaft der Stürzenden, die 
in diesem Sommer noch einmal versucht, sich als eine Art Urlaubsgesellschaft zu fühlen. Noch einmal versucht, eine Sorglosigkeit zu simulieren.(...)Mit jedem Tag den dieser Urlaub andauert wird eine Rückkehr unwahrscheinlicher. Alle wissen es. Aber niemand spricht darüber. Es herrscht Pflicht zum Optimismus."

Dieser Roman ermöglicht einen spannenden und auch überraschenden Blick auf eine kleine Gruppe von Schriftstellern kurz vor Beginn des 2.Weltkriegs. Außerdem hat er mir Lust gemacht, mal wieder das ein oder andere Buch dieser Schriftsteller in die Hand zu nehmen, z.B. "Das kunstseidene Mädchen" von Irmgard Keun.




Nachtrag: 

Bei der "Lesenden Minderheit" lautet das Buchthema für das 1. Quartal 2014: "Lies ein Buch, in dessen Titel ein Ort oder Land vorkommt!", deshalb verlinke ich mal dorthin.

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