Olivenernte und so weiter

Donnerstag, 8. September 2016

A hot cup of coffee and a good book in my hand - Albert muss nach Hause





"Als Elsie in den Garten kam, um nachzusehen, warum ihr Mann sie gerufen hatte, sah sie Albert auf dem Rücken im Gras liegen. Seine kleinen Beine waren gespreizt, sein Kopf zurückgeworfen. Sie war sicher, dass ihm etwas Schlimmes passiert sein musste, doch als ihr Alligator den Kopf hob und sie anlächelte, wusste sie, dass es ihm gut ging. Ihre Erleichterung war geradezu körperlich greifbar und beinahe überwältigend."

Elsie hat einen Alligator, den sie über alles liebt und um den sie sich liebevoll und fürsorglich kümmert, Elsie hat auch einen Ehemann - Homer - der nicht so ganz im Mittelpunkt ihres Interesses steht. Homer wiederum liebt Elsie über alles, aber nicht so sehr Albert.

"'Homer, wo ist deine Hose?', fragte sie.
Homer antwortete nicht sofort. Stattdessen sagte er: 'Der Alligator oder ich.' Dann sagte er es noch einmal, diesmal ganz leise und langsam: 'Der ... Alligator ... oder ... ich.'"

Und so beginnt die Reise von Elsie, Homer und Albert nach Florida, denn wenn sich Elsie schon dazu durchringen kann, sich von Albert zu trennen, dann nur, wenn sie sicher sein kann, dass er an einem Ort ist, an dem es ihm gut geht und das kann nur Orlando sein, denn da kommt Albert schließlich ursprünglich her.

Homer Hickham hat mit Albert muss nach Hause. Die irgendwie wahre Geschichte eines Mannes, seiner Frau und ihres Alligators eine skurrile und fast durchgehend amüsante Geschichte geschrieben. Der Weg nach Florida macht viele Schleifen, ohne aber den roten Faden zu verlieren, so dass ein paar wenige Längen verzeihlich sind.

Auf den über 500 Seiten geht es vor allem ... um die Liebe, die Liebe von Elsie zu Albert, die Liebe von Elsie zu Homer, die Liebe von Homer zu Elsie und ja tatsächlich auch um die Liebe von Homer zu Albert. Es geht darum, was man vielleicht verpasst hat und ob verpassten Chancen wirklich verpasste Chancen sind. Und natürlich geht es auch darum, dass man sich selbst sowohl physisch als auch emotional bewegen muss, um irgendwo wirklich anzukommen.

Ich habe das Buch auf der Zugfahrt von Saarbrücken nach Hamburg gelesen und es hat mir großen Spaß gemacht.

"Für diese Aufgabe war Homer gerade der Richtige, trotz aller seiner Fehler - von denen die meisten mit seinem guten Charakter zu tun hatten, wie sie sich eingestehen musste."
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